der Versuch der außergerichtlichen Schuldenregulierung

Grundsätzlich hat der Schuldner vor Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens einen außergerichtlichen Einigungsversuch mit seinen Gläubigern zu unternehmen. Erst wenn dieser gescheitert ist, kann bei dem zuständigen Insolvenzgericht der Antrag auf Durchführung des Verbraucherinsolvenzverfahrens mit anschließender Restschuldbefreiung gestellt werden.

Zu Unterbreitung eines geeigneten Vergleichsvorschlages ist als erstes das laufende Einkommen und Vermögen des Schuldners zu ermitteln. Dann sind sämtliche Verbindlichkeiten (Schulden) aufzulisten. Sodann, ist unter Mithilfe einer geeigneten Stelle allen Gläubigern ein Vergleichsvorschlag schriftlich zu unterbreiten. Dieser stellt den Abschluss der außergerichtlichen Bemühungen des Schuldners dar. Wird der Vergleich von allen Gläubigern angenommenen, ist das gerichtliche Verfahren entbehrlich. Andernfalls muss binnen einer Frist von sechs Monaten das gerichtliche Verfahren eingeleitet werden.

Theoretisch kann für die außergerichtliche Schuldenbereinigung Beratungshilfe gewährt werden. Praktisch geschieht dies unter Verweis auf die öffentlichen Schuldnerberatungsstellen nicht mehr, nachdem das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, dass auch mehrere Monate Wartezeit auf einen Termin einen solchen Anspruch nicht begründet.


© Rechtsanwalt | Werner Scheppler | Werftstr. 21, 18439 Stralsund | Tel: +49 (0) 3831-28 05 71 | Fax: +49 (0) 3831-28 05 72 | Mail: info@rechtsanwalt-scheppler.de