Treuhänder

Das Gericht überwacht den Schuldner während der Wohlverhaltensphase nicht selbst, sondern setzt einen sog. Treuhänder ein, an den der Schuldner den pfändbaren Teil seiner Bezüge abzutreten hat. Der Treuhänder seinerseits verteilt die an ihn abgetretenen Bezüge des Schuldners entsprechend der Quote an die jeweiligen Gläubiger. Der Treuhänder ist also Vermittler zwischen Schuldner und Gläubiger.
Gleichzeitig hat er die Aufgabe eventuelle Verstöße des Schuldners dem Gericht zu melden. Insofern kommt ihm auch eine Überwachungsfunktion zu.

Bezahlt wird der Treuhänder vom Schuldner, der allerdings regelmäßig einen Stundungsantrag gestellt haben wird, so dass der Treuhänder seine Vergütung vorab einmal von der Staatskasse erhält, die später mit dem Schuldner abrechnet.

In ganz engen Ausnahmefällen kann das Gericht davon absehen, einen Treuhänder zu bestellen. Namentlich kommt dies in Frage, wenn der Schuldner nur einen oder zwei Gläubiger hat und der Schuldner die Verteilung der den Gläubiger zustehenden Gelder selbst vornehmen kann.

Auch wenn mit einer Rückkehr des Schuldners in das Erwerbsleben nicht mehr gerechnet werden kann (Altersrentner) kann auf einen Treuhänder unter gewissen Umständen verzichtet werden. Letztendlich ist ein Treuhänder dann entbehrlich, wenn seitens des Schuldners wegen einer zu geringen Rente überhaupt nichts an die Gläubiger abgeführt werden kann.


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